Angelkalender – Fische im Jahresverlauf fangen

Angelkalender

Angeln ist in jedem Monat des Jahres möglich.

Die Frage ist, wann beißen die Fische überhaupt und wann beißen sie am besten? Eine ganz einfache Antwort ist, wenn sie Hunger haben, wenn Nahrung da ist und wenn die Temperatur ihnen zusagt. In der schönen Jahreszeit sind die frühen Morgen- und die späten Abendstunden erfahrungsgemäß die besten Beißzeiten der Fische, wobei auch noch die ersten Stunden nach Einbruch der Dunkelheit beste Erfolge bringen.

Anders ist es im Herbst und im Winter, wenn das Wasser kälter wird und bei 4 Grad seine größte Dichte erreicht hat. Das bedeutet, dass die Fische weniger fressen als zu anderen Zeiten. Liegen winterliche Verhältnisse vor und herrscht anhaltender Frost, sinkt die Temperatur unter 4 Grad, dann hat es kaum Zweck, einen Angelversuch zu unternehmen. Als erstes beißt nach einiger Zeit wieder der Hecht, das Rotauge und der Döbel. Am besten angelt man auf die Fische, wenn die Tage wieder milder werden, besonders in der Mittagszeit.

Angelkalender – Beißzeiten Fische von Januar bis Dezember

Angeln im Januar

Der Januar ist oft mit Eis und Schnee verbunden. Viele Gewässer sind zugefroren. Es gehört schon eine gewaltige Passion dazu überhaupt ans Fischwasser zu gehen. Der Anreiz für viele Angler ist nicht mehr groß, denn in den meisten Gegenden beginnt die Schonzeit für den Hecht. Für das Angeln auf dem Huchen ist die Saison noch nicht beendet. Gute Aussicht diesen Edelfisch zu fangen ist in der Morgendämmerung oder an Tagen mit Schneetreiben. Die Temperatur darf unter Null bei einer Pirsch schon sein. Mit dem schweren Spinngerät und großen Blinker oder dem künstlichen und natürlichen Neunaugenzopf sucht der Petrijünger den schnellen kupferfarbenen Fisch an natürlichen Unterständen, in tiefen Gumpen, hinter Wehren, Brückenpfeilern und an tiefen Steilufern.

Wo das Eisangeln erlaubt ist, lohnt sich das Fischen auf Barsch und Zander. Die Raubfische stehen in großen Schulen in den tieferen Wasserregionen, wo die Wassertemperatur nicht ganz so niedrig ist. Der kleine Pilker von etwa vier bis acht Zentimeter Größe ist ein passender Köder.

Angeln im Februar

In diesem Monat kommen die Quappenangler zum Zuge. Die Quappe, der einzige Süßwasserdorsch, der gut im nächtlichen Herbst und im Winter gut beißt. Am Tage führt die Quappe ein verstecktes Leben unter Steinen, Wurzeln und sonstigen Unterständen. In der Nacht geht der Raubfisch auf Beutesuche. Die Köder werden in der Nähe an solchen Verstecken ausgelegt.

Angeln im Februar auf Rotauge (Plötze), die an bestimmten Standorten geangelt werden können. Hat man einen solchen ausgekundschaftet, kann man starke Fische fangen. Den Köder bietet man am besten drei bis vier Zentimeter über den Gewässerboden an. In stark strömenden Wasser wird man gegen alle Regeln die Bleibeschwerung schon etwa 25 Zentimeter vor dem Haken (8 bis 10er) anbringen und das Blei auf Grund legen. Als Köder wird bevorzugt Brot und Brotteig verwendet. Besser sind noch Rotwürmer, wenn man welche auftreiben kann. Manche Angler schwören auf geräucherten Speck als Köder für das Rotauge.

Mehr bekannt ist die winterliche Eisfischerei auf den Barsch. Kennt man den Untergrund des Gewässers, braucht man nicht viele Löcher zu hacken, bis ein Schwarm gefunden ist. Die Barsche stehen an Bodenabfällen. Der Köder wird auch hier kurz über dem Grund serviert. Als Köder für den Barsch werden Würmer, Fischfleischbrötchen oder kleine Fische am Haken beködert. Ein Barscheskimo ist ein fängiger Kunstköder auf Barsch und Zander zur Verwendung beim Eisangeln am Loch bestens geeignet.

Angelkalender – Fische im Frühjahr fangen

Angeln im März

Im März steht die Sonne höher und die winter- und wetterscheuen Angler werden unruhig. Was gibt es im März zu fangen?  Die begehrten großen Karpfen liegen noch träumend irgendwo am Grund, verborgen im Schlamm. Der Hecht hat Schonzeit und ist auf Reise, um sich mit Weibchen zu paaren. Die Plötze und die Rotfeder kann bevorzugt mit springlebendigen Rotwürmern überlistet werden. Die Friedfische kann man gut mit aufgeweichten Brotkrumen anfüttern.

Einen starken Barsch fängt man mit dem kleinen Blinker. Noch gibt es keine störenden Krautbänke und sonstigen Krautbewuchs im Wasser. Der Blinker wird an steilen Ufern und unterspülte Stubben durchgezogen. In kleinen Flüssen wird man jetzt mit kleinen Blinkern auch manchen Döbel fangen. Ende März kann schon damit gerechnet werden eine Schleie zu angeln, die aus dem Schlamm gebuddelt hat. Besonders fängig ist der Mistwurm den kraftvollen Fisch am Haken zu bekommen.

Angeln im April

In diesem Monat wir es Tag zu Tag wärmer. Überall fängt es an zu grünen und blühen. Fast alle Fische haben jetzt Hunger. Die ansteigenden Wassertemperaturen machen die Friedfische lebendiger. Der Aland, Döbel, Nase, Brasse und Hasel sind schon recht munter und fressgierig. Die Fische stehen noch verhältnismäßig tief, so dass die leichte Grundangel besten Erfolg verspricht. Als Köder eignen sich vor allem Würmer und Maden.

An sonnigen Tagen und warmen Tagen ist im April der Insektenflug schon sehr lebhaft. Das Fischen auf Forelle mit der Trockenfliege verpricht sehr gute Erfolge. Ist das Wetter kühl mit Regen verbunden, muss man die Forellen mit der Nassfliege, mit der Nymphe, oder dem Streamer an der schnell sinkenden Schnur der Flugangel auf dem Grunde des Gewässers suchen und zum Anbiss verleiten. Im April zieht der Aal mächtig die Flüsse hinauf. Das Aal angeln bei Anfang der Dunkelheit lohnt sich.

Im Süden Deutschlands lassen sich in den großen und tiefen Seen die Seeforelle und in den höheren Wasserschichten der Seesaibling fangen. Vom Ufer aus kann man die Edelfische mit dem leichten Spinngerät bejagen. Da weite Würfe nötig sind, darf nicht eine stärkere Schnur als 0,30 genommen werden. Eine Rute muss für diesen Einsatz große Ringe und ein steifes Rückgrat aufweisen. Dem Seesaibling ist gut mit kleinen Köderfischen von 5 bis 6 Zentimeter Länge beizukommen. Für dies Angelart ist die Groppe (Mühlkoppe), Elritze und der Gründling ein guter Köderfisch. Mit Hilfe einer Gleitpose und 0,25er Schnur kann man die nötigen weiten Würfe ausführen.

Angeln im Mai

Der Mai gilt bisher immer als Wonnemonat, bringt aber auch die drei Eisheiligen und die kalte Sophie. Oft kommen dann die schwülen und gewittrigen Tagen, an denen sich der Insektenflug schon voll entfaltet, Dann ist die Pirsch mit der Fliegenrute auf die Regenbogenforelle und Äsche angesagt. Die Äsche ist im Mai, kurz nach der Laichzeit besonders hungrig und gut mit der richtigen Fliege zu fangen. Am Abend kann man das herausfinden welche Fliege in Überzahl über das Wasser unterwegs ist.

Im Mai kommen alle Friedfische voll in Bewegung. Brasse, Schleie, Plötze, Karpfen, Aland und Rotfeder bieten den Spezialisten gute Fangmöglichkeiten. An schwülen Gewittertagen überlistet man die Fische mit der Treibangel an der Oberfläche. Mit schwimmenden Brot angelt man gut den Aland und Döbel. Als Alternative beschert einen die Grundangel und die auf halbe Tiefe eingestellte Posenangel reichlich Fische.

Der Raubfisch Hecht und Zander kann keinen Blinker widerstehen. Auf Zander wird ein kleiner, eigenschwerer Blinker in größerer Tiefe möglichst langsam über den Grund gezogen. Der Zander jagt nicht über größere Strecken hinter seiner Beute her. Den schnell gezogenen Blinker lässt er meist passieren, denn der Zander ist kein Schwimmkünstler. Am Abend können die Aalspezialisten ihre kräftigen Grundruten auslegen. Beste Köder zum Angeln auf Aal steht der Tauwurm an erster Stelle. WEitere Köder dienen ein Bündel Mistwürmer, ein toter Köderfisch oder frische Leber und das Fleisch einer Wollhandkrabbe. Der Monat Mai bringt gute Abwechslung zum Fischen.

Angelkalender – Fische im Sommer angeln

Angeln im Juni, Juli und August

Die Sommermonate sind für die passionierten Stippangler interessante Monate. Rotfedern und die Rotaugen haben abgelaicht, die bei vielen Anglern begehrte Fische sind. Mit guter Ausrüstung fängt man aus einem Schwarm eine große Strecke heraus. Als Köder für die Friedfische eignen sich Brot, Teig, Rotwurm und Maden. Ein weiterer Fisch der Aland hat auch abgelaicht, der gesellig in den Flüssen herumzieht. Bei Gewitterluft ist er gut mit der Flugangel zu erbeuten. Die passionierten Aalangler müssen schon einmal des Nachts ausharren.

Bei den sommerlichen Temperaturen im Juli und August herrscht in den Gewässern ein großes Nahrungsangebot für alle Fischarten. Am Tage sind die Fische daher nur schwer zu überlisten. Alle Salmoniden steigen an warmen Tagen nach Insekten. Für begeisterte Fliegenfischer bestehen gute Aussichten auf reichen Fang mit der Trockenfliege, Nymphe und Nassfliege. Ein Flugangler muss sein ganzes Können aufbieten und feinste Vorfächer verwenden, um seinen Köder so recht verführerisch anzubieten.

Die Äsche kommt man nur mit feinstem Vorfach bei und am besten mit Trockenfliegen. Beim Morgen- und Abendangeln gelingt es, mit kleinen Blinkern oder kleinsten Köderfischen den Barsch und den Zander zum Anbiss zu verleiten. Karpfen und Schleienansitz lohnen jetzt immer noch bei guter Anfütterung. Zum Angeln auf Brassen ist der Juli ein Spitzenmonat. Auf die Fische darf man nur feinstes Angelgerät verwenden, sonst beißen sie nicht an. Eine mehrpfündige Brasse macht schon Arbeit, bis sie sicher im Kescher liegt.

Angeln im September und Oktober

Für den Fliegenfischer ist der September ein reizvoller Monat. Die Forelle hat noch keine Schonzeit und die Äsche ist sehr beißfreudig. Daneben können alle Fischarten von Anglern überlistet werden.

Angeln im November und Dezember

Der November ist oft dunkel und neblig und nur wenige Spezialisten sind noch am Fischwasser unterwegs. Der Aal, Karpfen und die Schleie halten Winterruhe. Alle Forellen haben Schonzeit. Selbst die schönsten Sonnenstrahlen vermögen Friedfische nun nicht mehr aus den tiefen Wasserregionen emporzulocken. Nur mit Ausdauer und Können sowie mit feinstem Zeug und Maden können Weißfische in der Tiefe geangelt werden. Verhältnismäßig gut beißen noch Döbel und Aland. Zu ihrem Fang eignet sich die Gleitpose, mit deren Hilfe der Köder in größte Tiefe geschickt werden kann.

Der November ist ein guter Monat für das Meeresangeln auf Dorsch. Mit der rückgratstarken Rute und schweren Pilker kann es klappen einen Großdorsch zu landen. Im Dezember lohnt sich der Ansitz zum Quappenangeln. Wenn die ersten Nachtföste die Krautbänke in kleineren Flüssen verschwinden lässt, ist das immer ein Zeitpunkt für die Pirsch auf Hechte.

Foto: Von bertconcepts – cc