Petermännchen eine Gefahr für Badegäste

Petermännchen

Die Maulspalte steil nach oben gerichtet, lauert das Petermännchen auf Beute.

Petermännchen ruhen majestätisch auf kiesigen Meeresboden. Die Körperfärbung mit den schrägen Streifen auf den Flanken lassen den Fisch mit dem Grund verschmelzen. Der halbmeterlange Grundfisch wirkt wuchtig. Steil nach oben ragt das oberständige Maul in Richtung Wasseroberfläche. Nur in den Augen funkelt Leben und listig mustert der Lauerräuber seine Umgebung. Doch urplötzlich spritzt Sand auf und das Petermännchen schießt zwei Meter zur Seite und verschluckt ein zappelndes Kleintier. Dann liegt der Fisch gleich wieder reglos am Grund. Keine Flosse zuckt, allein das einen winzigen Spalt geöffnete Maul signalisiert Gefahr.

Petermännchen sind Energiesparer

Die großen Petermännchen leben bevorzugt über Weichböden und feinen Sand. Am Tag graben sie sich so ein, dass nur die Augen und ein kleiner Teil des Schädels aus dem Meeresboden ragen. Die hoch am Kopf angeordneten Augen und Nasenöffnungen ermöglichen diese Lebensweise. Selbst aus einer solchen Position können sie ihre Beute (Garnelen, Krabben, Grundeln, Sandaale oder Leierfische) blitzschnell attackieren. Wird ein Überraschungsschlag verfehlt, verfolgt ein Petermännchen das Beutetier nicht. Denn der Grundfisch ist kein guter Schwimmer und kann so Energie sparen.

Petermännchen haben Giftstacheln

Obwohl das Petermännchen für alle kleine, nachtaktiven Meeresbewohner ein gefährlicher Gegner ist, muss es seinerseits Angriffe von größeren Räubern fürchten. Als gein guter Schwimmer hat es keine gute Fluchtchancen und muss sich daher auf seine Tarnung sowie die Fähigkeit zum äußerst schnellen Eingraben verlassen. Einen weiteren Selbstschutz bilden die Kiemendeckelstachel und die Hartstrahlen der ersten Rückenflosse. Sie können einen ungeschickt zupackenden Räuber zunächst einmal mechanisch sehr verletzen. Dazu kommt eine Giftspritze: Das Knochengewebe der Stachelstrahlen ist tief gefurcht und in diesen Furchen hat das Petermännchen ein Giftdrüsengewebe ausgebildet.

Wer sich an diesen Stacheln sticht, erhält gleichzeitig ein Gift in die Wunde injiziert. Es greift die Nerven und das Blut des Opfers an. Die erste Rückenflosse hat fünf bis sechs Stachelstrahlen. Für badende Menschen, die auf den Fisch treten, können schmerzhafte Entzündungen und Schwellungen ausgelöst werden. Neben dem Wundschmerz kann es zu Kopfschmerzen, Fieber, Krämpfen sowie Atembeschwerden kommen. Bei sehr empfindlichen Menschen kann eine solche Begegnung zum Tod führen.

Steckbrief Petermännchen

Systematik

  • Unterkohorte: Neoteleostei
    Acanthomorphata
  • Stachelflosser (Acanthopterygii)
  • Barschverwandte (Percomorphaceae)
  • Ordnung: Barschartige (Perciformes)
  • Familie: Petermännchen
  • Wissenschaftlicher Name: Trachinidae
  • Merkmale: Langgestreckter, seitlich abgeflachter Fisch von maximal 40 bis 50 Zentimeter Länge. Ein relativ wuchtiger Kopf  mit steil nach oben gerichtetem Maul.
  • Der Fisch hat brustständige Bauchflossen und zwei Rückenflossen. Rücken und Flanken können braun bis graubrau gefärbt sein. Die Bauchseite ist weiß.
  • Auf der Oberseite und an den Flanken trägt der Fisch eine Zeichnung mit fast parallelen, schräg nach unten verlaufenden schwarzbraunen Streifen. Dazwischen gibt es feine gelbe Partien.
  • Vorkommen: Der Fisch lebt im Nordostatlantik, in der Nordsee sowie im Mittel- und Schwarzem Meer.

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