Meeresangeln in Spanien mit Whale Watching

Buckelwal auf Tauchstation

Buckelwal auf Tauchstation

Ein Erlebnisbericht “Angeln im Mittelmeer” in der Nähe von Barcelona mit Wale beobachten.

Man kann nicht alles angeln an der Costa Barcelona-Maresme, was da so im Mittelmeer am Boot vorbei schwimmt und das soll man ja auch nicht!

Also, am 6. April war es wieder mal soweit, ein paar spanische Landsleute, die begeisterte Meeresfischer sind, hatten eine Angeltour auf meinen Boot gebucht (ich selber bin halb Spanier / halb Deutscher). Mehr über das Hochseeangeln könnt ihr erfahren, wenn ihr …

einen Angelurlaub in Spanien auf dem Mittelmeer mit mir verbringen möchtet. (Angeln Costa Barcelona-Maresme unter: www.sportfishingbarcelona.com).

Meine Angler wussten an diesem Freitag ganz genau was sie wollten. Nämlich genügend selbst geangelte Rotbrassen für ein Abendessen für ca. 12 Leute fischen, was dank meiner Gewässerkenntnisse auch mit 500 bis 600 Gramm schweren Fischen gelang.

Das ist eine übliche Ration im Restaurant, die ab 1-2 kg Fische sind schon SEHR geschätzt und kosten über 20 Euro das Kg. Spanier angeln nun mal gerne die selbst gefangenen Fische zum Essen und ich selber auch. Es gibt viele Arten von Brassen, die meistgeschätzte ist wohl die bekannte Goldbrasse. Wir waren diesmal auf Rotbrassen aus, die sich vorwiegend auf sandigen Grund ernähren. Die “Gemeine Meerbrasse” bevorzugt felsigen Untergrund, wo sie genügend Kleintiere zum Fressen vorfindet. Im Sommer kann man die Brassenart gut beangeln, da sie häufig vorkommt.

Angeln auf Meerbrassen im Mittelmeer

Angeln auf Meerbrassen im Mittelmeer

Die Gemeine Meerbrasse haben wir mit folgender Angel-Montage gefangen: Stationärrolle mit Paternoster (2-3 Haken), Naturköder: Gesalzene Sardinen, Kalamar und Krabben, die wir auf 60 Meter Tiefe auf Grund ausgelegt haben. Es dauerte nicht lange und wir hatten genug zum Grillen gefischt.

Mein bevorzugtes Rezept gesalzene Meerbrasse

  • Einfach ein Ofenblech mit einer Schicht groben Salz bedecken.
  • Den Fisch ausnehmen aber die Schuppen dran lassen.
  • Die Fische auf das Salz legen und mit noch einer Salzschicht bedecken.
  • Bei 180º C in den Ofen schieben.
  • Nach ca. 20 Minuten ist die Salzkruste hart und leicht bräunlich.
  • Jetzt einfach die Salzkruste aufbrechen und entfernen.
  • Den Fischen kann man jetzt am Rücken die Haut aufschlitzen.
  • Die Haut kann im Ganzen abgehoben werden und die delikate Mahlzeit kann beginnen.

Angeln auf Makrelen

Die Angeltour ging weiter und wir wollten noch ein paar Makrelen für unseren eigenen Verzehr fischen. Ich bot den Angelfreunden an noch etwas Spaß beim Jigging zu erleben. Also steuerte ich das Boot auf ein Plateau bis zu einer Tiefe von 40 Metern hin, wo ich die letzten Wochen immer die Makrelenschwärme vorgefunden hatte. Da dort auch immer die kampfstarken Thuna auftauchten, hatte ich zwei Angelruten gleich stärker ausgerüstet für den Fall, dass es zum Kampf mit den Fischen kommt.

Angel-Montage für Thuna

  • Die vier Stationärrollen waren mit etwa 250 Meter geflochtener Schnur, 40 Millimeter als Hauptleine ausgerüstet.
  • Das Unterfach von zwei Ruten war nur 0,40 mm Nylon Monofil mit einem Bleifisch von 120 Gramm und 3 Federn mit der Hakengröße 3 ausgerüstet.
  • Darauf können alle Makrelen anbeißen. So fängt man oft bis zu 3 bis 4 Fische auf einmal.

Bei zwei Ruten hatte ich das Unterfach genauso gewählt, aber mit einer Nylon 0,70 mm und große Haken an den Federn. Darauf können dann nur die großen Makrelen, Blaufische und auch sogar Thuna anbeißen und sicher gefangen werden. Man muss nur die Bremse an der Rolle entsprechend einstellen damit die Schnur nicht reißt. Die Thunfische, die hier in Küstennähe von Barcelona vorkommen, sind normal 10 bis 40 kg schwer. Wir lassen sie meist wieder frei (gesetzmäßig und ökologisch sinnvoll), außer die Thuna haben sich zu schwer verletzt.

Angeln Spanien im Mittelmeer

Angelurlaub in  Spanien mit großen Fischen.

Makrelenschwärme waren allerdings nicht zu finden. Seltsam, dass Meer sah an diesem Tag wie ausgestorben aus. Aber dann plötzlich biegt sich die Rute zum Halbkreis von Pedro voll durch. Zum Glück an einer der verstärkten Leinen. Also hatten die Thuna die Schwärme vertrieben? Hatten sie aber nicht,wie sonst üblich, waren sie an der Oberfläche zu sehen. Um so besser kann man sie fangen, wenn sie unter dem Angelboot freiwillig durchziehen. An der Oberfläche sind sie sehr schwer zu angeln,weil sie sich nur für lebenden Fisch interessieren und dann nicht auf Kunstköder reagieren. Ich hatte Pedro gerade noch zugerufen, die Bremse an der Rolle so zu lassen, wie ich sie für ihn eingestellt hatte. Er sollte sich darauf konzentrieren, die Leine vom Boot fernzuhalten als auch schon die geflochtene Hauptleine nicht standhielt und riss. Die Leine war nämlich am Rumpf entlang geschrammt und die scharfen Muscheln und Seepocken, die sich am Bootsrumpf festgesetzt haben, hatten die Hauptschnur sauber durchtrennt. Beim nächsten Auswerfen wusste Pedro genau, worauf er zu achten hatte.

Aber das Nächste Mal gab es nicht, denn die See war wie ausgestorben. Das konnte ich nicht verstehen, denn alle Anzeichen waren optimal und das Meer war total ruhig. Aber nix, gar nix bewegte sich.

Wale beobachten

Doch Plötzlich hörte ich ein “ PPFFFFFFFfffffffffffffttttttttttt „, als ich mich dem Geräusch zugewendet hatte, glaubte ich einen großen Schatten gesehen zu haben.

Eine Minute später noch mal das dasselbe Schauspiel! Jetzt erkannte ich Wale, die in den Makrelenschwärmen jagten, um ihren Hunger zu stillen. Deshalb hatten die anderen Fische auch die Flucht ergriffen. Anstatt immer in die selbe Richtung zu wandern, tauchten die Wale immer wieder an einer unverhofften Stelle auf (Zirkeltechnik der Wale). Kaum hatten wir das typische „PPFFFFFFFfffffffffffffttttttttttt“ gehört und uns der akustischen Töne in der Richtung zugewendet, waren die Wale auch schon wieder abgetaucht, weil die Tongeräusche immer später ankommen. Deswegen hatten wir keine Chance von den Walen ein Foto zu schießen. Aber man konnte die kleine Dorsalflosse am Ende des Rückens erkennen und ich schätzte die Wale auf etwa 15 Meter lang ein. Nach meiner Beurteilung aus der Entfernung von 200 bis 300 Metern müssten das zwei Buckelwale gewesen sein.

Für mich und meinen Angelfreunden war das eine unverhoffte Whale Watching (Wale beobachten), was man nicht alle Tage im Mittelmeer erleben kann.

1. Foto Wale beobachten: ccHumpback Whale Fluke – Shayan (USA)
2. + 3. Foto: Kurt-Jaime