Greenpeace kämpft für den Schutz alter Kaltwasser-Korallenriffe vor Norwegens Küste

Greenpeace kämpft seit Jahren für den Schutz der Jahrhunderte alten Kaltwasser-Korallenriffe vor der Küste Norwegens. Nun endlich tut sich was: Unter Federführung des norwegischen Umweltministeriums wird ein ganzheitlicher Managementplan für die Norwegische See erarbeitet.

Die Norwegische See bezeichnet das Meeresgebiet nordwestlich von Norwegen. Dieses Gebiet ist etwa doppelt so groß wie die Nordsee und bis zu 4000 Meter tief. Es beherbergt nicht nur die weltweit größten Kaltwasser-Korallenriffen und faszinierende, kaum erforschte Hydro-Thermalquellen, sondern auch gigantische Heringsschwärme und Seevögelkolonien.

Die Kaltwasser- Korallenriffe werden auf Grund ihrer großen Artenvielfalt von Wissenschaftlern „Hotspots“ genannt. Doch dieser Lebensraum ist bedroht. Grundschleppnetze haben bereits große Teile der Riffe zerstört und die Zerstörung geht täglich weiter; zum Beispiel beim Fang vom Rotbarsch, der am Meeresboden lebt. Dazu wird schweres Gerät über den Meeresboden gezogen. Zurück bleibt ein Feld der Verwüstung. Das Video in der rechten Spalte vermittelt einen Eindruck von der Schönheit der Korallenriffe und den Auswirkungen durch die Fischerei.

Die norwegische Regierung kennt dieses Problem. Schon vor einigen Jahren wurde die Grundschleppnetzfischerei über einigen Riffen verboten. Doch das Verbot ist unzureichend, weil Anzahl und Ausbreitung der Kaltwasser-Korallenriffe noch weitgehend unbekannt ist. Ständig werden neue Riffe entdeckt, die meist schon zu großen Teilen zerstört sind.

Was die Regierung für das sensible Seegebiet nun plant, klingt durchaus vielversprechend: Der Managementplan von Norwegens Umweltministerium sieht vor, alle durchgeführten Aktivitäten in der Norwegischen See ganzheitlich zu behandeln. Er soll auch die Öl- und Gasförderung sowie Gefahrgut-Transporte berücksichtigen. Der Druck aller Aktivitäten auf die Unterwasserwelt soll nie so groß werden, dass das Ökosystem in seiner Struktur, Funktion oder Produktivität beeinträchtigt wird.

Greenpeace kämpft dafür, dass die norwegischen Managementpläne großräumige Meeresschutzgebiete beinhalten. Mit einem ökologisch ausgerichteten Managementplan und seiner strikten Durchsetzung würde Norwegen hohe Maßstäbe im Meeresschutz setzen, was eine Vorbildfunktion für den Umgang mit vielen anderen Meeresgebieten haben würde.